18.07.2025 / Interview mit Golfschulleiter Christoph Günther
„Die lange Spieldauer ist ein Problem im Golfsport“
Die Firma „PROject GOLFworld“ vermittelt den Golfsport u.a. in Ruhpolding, St. Eurach und Gut Rieden bei München, in Bad Wörishofen, in Höslwang und auch im Gut Brandlhof bei Saalfelden.
Wo liegen Ihre Schwerpunkte?
Christoph Günther: Gut Brandlhof und insbesondere der dazugehörige 18-Loch-Platz des Golfclub Brandlhof sind in der Region einzigartig, weil es einfach ein erstklassiges Hotel mit einem sehr guten Golfplatz verbindet. Aber vor allem das Konzept des Hotels als Konferenz-, Tagungs-, aber auch Urlaubsdestination bietet eine große Vielfalt. Wir haben sehr viele Kurse von Firmen, Schnupperkurse, Incentives von Unternehmen, die mit ihren Mitarbeitern ein Getaway machen und Golf einfach mal probieren möchten. Wir haben fast wöchentlich unterschiedliche Unternehmen, was sehr spannend ist, weil wir darüber auch tatsächlich viele Leute zum Golfsport bekommen. Die Sieger erhalten von uns Gutscheine, die sie dann z.B. für weitere Platzreife-Angebote einlösen können – auch an den anderen Academy-Standorten von PROject GOLFworld.
Aber natürlich bieten wir auch Platzreifekurse für Hotelgäste an, die hier ins schöne Salzburger Land kommen, ebenso Einzelstunden für Gäste – und natürlich für die Golfclub-Mitglieder.
Sie selbst haben umfangreiche Erfahrung als Golflehrer, aber auch als noch aktiver Spieler. Welchen Stellenwert hat Golfsport mittlerweile im Freizeit-Bereich?
Günther: Ja, ich habe für dieses Jahr erstmalig eine eingeschränkte Spielberechtigung auf der „Legends Tour“, die Seniors Tour in Europa. Golf als Freizeitsport ist in vielerlei Hinsicht etwas Faszinierendes, etwas Besonderes. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass wir ein paar Änderungen benötigen. Wir müssen diesen Sport ein wenig reformieren, noch attraktiver machen, insbesondere, was die Zeit angeht. Golf über 18 Loch dauert schon recht lange. Da müssen neue Konzepte, neue Ideen her. Wir legen zum Beispiel bei der Platzreife am Brandlhof wert darauf, dass die Schüler ihre 9-Loch-Prüfungen innerhalb von zwei Stunden schaffen. Da ist mir die Schlagzahl gar nicht so wichtig. Hauptsache, das Regel- und Sicherheitsverständnis ist gegeben und es wird schnell gespielt.
Ich glaube, dass die lange Spieldauer ein Problem im Golfsport ist und ihn überaltert – das muss man einfach mal sagen dürfen. Insbesondere die Middle-Ager um die 40 bis 50, die noch beruflich engagiert sind, können diese Zeit einfach nicht aufwenden. Deswegen sind aber auch gute und spannenden Trainingsanlagen mit Angebot wahnsinnig wichtig, bei denen die Menschen auch einfach mal eine Stunde Bälle schlagen oder ihr kurzes Spiel trainieren können – und schon darin eine Erfüllung finden. Bei 18 Loch werden ja oft bis zu sechs Stunden gespielt. Wir haben das Glück im Brandlhof, dass wir ein tolles Pitching-Grün und eine schöne, großzügige Driving Range haben...
Wie ist Ihre Philosophie im Unterricht – in einem Sport, der als einer der schwierigsten gilt?
Günther: Je nachdem, ob Fortgeschrittene oder Anfänger. Wir stellen bei Ersteren übrigens keinen Schwung um, sondern optimieren, was schon vorhanden ist, um den Spieler konstanter zu machen. Bei Anfängern geht viel über das kurze Spiel, also das Chippen, das Pitchen, das Putten, um den Beginner in diesem komplexen Sport dann langsam an die langen Schläge heranzuführen. Also von der kleinen zur großen Bewegung!
Meist sind die Schüler und Gäste ja nur ein paar Tage vor Ort, da wäre eine großartige Veränderung der Bewegung nicht ratsam, sondern wir geben Hinweise, was wir verbessern würden. Wenn grobe Schnitzer drin sind, werden die natürlich angesprochen, übrigens auch mit der Möglichkeit, dass wir uns gerne mit den Pros in ihrem Heimatclub dazu austauschen würden.
Sollte es diese Möglichkeit nicht geben, empfehlen wir gerne über unser Netzwerk in den verschiedenen Regionen einen passenden Trainer. Über die lange Berufserfahrung und die durchdrungene Vernetzung haben wir eigentlich in fast jeder Region jemanden... das haben wir schon oft gemacht und es klappt wunderbar. Ansonsten geht sehr viel über Platztaktik, viel übers kurze Spiel und darüber, wie man Schläge sparen kann. Es geht bei PROject GOLFworld nicht darum, den Schläger perfekt zu schwingen, sondern darum, wenig Schläge zu machen. Wir möchten das Golfspiel lehren und nicht den Golfschwung. Das ist in Deutschland manchmal schwierig, weil wir sehr theoretisch veranlagt sind, aber wir haben doch so manchen Schüler schon dazu gebracht, nicht mehr darauf zu achten, ob das jetzt der perfekte Schlag ist, sondern dass es einfach mehr Sinn macht, weniger Schläge zu machen.
Wo gewinnt bzw. verliert der Golfer am meisten…?
Günther: Die Schwerpunkte im Golfunterricht hängen davon ab, wo der Schüler herkommt, was er macht, was seine Spielstärke ist. Aus meiner Erfahrung ist es das kurze Spiel, also alles innerhalb von 70 Metern zum Grün, was jeder optimieren kann, aber am wenigsten geübt wird – aber genau da kann man die meisten Schläge sparen. Wenn aber der Driver jedes Mal rechts ins Dickicht abbiegt, müssen wir daran arbeiten.
Ein solider Aufbau beginnt vom kurzen Spiel aus, wenn der Spieler den Ball mit zwei, drei Schlägen in die Nähe des Grüns bekommt. Wenn da Sicherheit herrscht, wäre eigentlich jeder Golfer ganz gut bedient. Das ist bei uns tatsächlich ein Schwerpunkt.
Aber wir arbeiten auch an den mentalen Aspekten bzw. die Herangehensweise an das Golfspiel, wie man sich für jeden Schlag vorbereitet oder einstellt. Da haben die meisten Golfer Defizite und deshalb ist auch da sehr viel zu gewinnen... Wir achten auch darauf, im Freizeitsport keinen Druck zu erzeugen!
Was macht das Gut Brandlhof im schönen Salzburger Land am meisten aus?
Günther: Das Besondere am Gut Brandlhof ist die Kombi aus einem vorzüglichen Hotel, das alles bietet, vom schönen Wellnessbereich zum Fitnessstudio, alle anderen sportlichen Aktivitäten und dazu ein anspruchsvoller 18-Loch-Golfplatz direkt vor der Haustür. Ich finde, das allein ist schon etwas Besonderes! Der Golfplatz fordert einen heraus, was ich schön finde, denn der Golfsport ist fordernd – und das soll er auch sein. Zudem sind in der Umgebung noch
weitere schöne Plätze, die man z.B. in einem Wochenurlaub hervorragend kombinieren kann. Urslautal ist gerade mal eine Viertelstunde weg. Die beiden 18-Loch-Plätze vom Zell am See sind innerhalb von 25 Minuten zu erreichen. Und die Ausflüge auf die Almen, die Berge in der Umgebung, ob zu Fuß oder mit der Bahn, finde ich eine herrliche Abwechslung.
Und wir bieten attraktive Events: Der Brandlhof Cup im August ist jedes Jahr ein Highlight. Und für Kinder und Jugendliche gibt es ein ForFreude-Turnier! Letztendlich bietet die Anlage für jede Spielklasse, aber auch für jede Altersklasse, seine Reize und Angebote.
Werden „Schnupper-Golfern“ die Golfschläger passend gestellt?
Günther: Selbstverständlich! Wir versuchen auch immer kleine Schnupperkurse zu bieten, in denen die Gäste das Spiel einfach mal probieren können – unter Anleitung. Ebenso verhält es sich auch mit Platzreifekursen.
Mehr Infos unter: https://www.brandlhof.com/golfurlaub/
Quelle PROject GOLFworld










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