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Gesundheit: A tavola

Länger und besser leben - all‘italiana
Gesundheit als Grundphilosophie
Keine strenge Schlankheitskur, sondern gesunde Ernährungsgewohnheiten.



Gern stellen wir zunächst etwas Grundlegendes klar: Die Mittelmeer-Diät hat nichts mit Schlankheitskuren oder irgendeiner Form des Abnehmens zutun! Vielmehr beruht diese Diät auf den traditionellen Ernährungsgewohn-heiten und Weisheiten jener Völker, die im Mittelmeerraum leben - darunter natürlich auch die Italiener.

Was können die nun besser als Andere?
Ganz einfach: Sie essen genussvoll und nehmen dabei auch noch ab oder halten ein Idealgewicht. Und länger und gesünder leben gelingt dabei auch noch spielend! Und gerade dies ist das Schönste an der Mittelmeer- Diät - dass sie eben gar keine Diät ist.

Das allgemeine Problem anderer Kulturen ist schnell beschrieben
Mit der rapiden Änderung des Lebensstils haben sich gleichzeitig auch die Essgewohnheiten geändert. Die Menschen bewegen sich zu wenig und essen zu fett. Die Folge davon ist, dass weltweit mehr als 250 Millionen Menschen übergewichtig oder gar extrem übergewichtig (adipös) sind. Dies stellt auch die Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen dar, und Ärzte geben ihren Patienten deshalb dringend den Rat, abzunehmen, sich mehr zu bewegen und sich mit der traditionellen mediterranen Kost gesünder zu ernähren.





Essen, was Italien bietet
Im Klartext:
Man verzichte auf Currywurst, Pommes und viel zu hohen Fleischkonsum und greife stattdessen auf Obst, Gemüse, Reis, Nudeln, Brot, Hülsenfrüchte, Olivenöl, Käse, Milch, Eier, Fisch und etwas Rotwein zurück - jene Erzeugnisse, die die Natur in Italien so üppig serviert. Dies sollte reichen, um sich gesund zu ernähren, ohne sich den in einer Diät üblichen Zwängen zu unterwerfen. Folglich bleibt das Kalorienzählen aus, der vorsichtige und bewusste Umgang mit bestimmten Lebensmitteln sollte überflüssig werden und die Geschmacksnerven kommen auch bei weitem nicht zu kurz!
Also: Essen nach Herzenslust, nur nicht die falschen Lebensmittel.


Funktioniert das?
Nach EU-Angaben sind Lebenserwartungsmodelle jedenfalls eindeutig auf Seite der mediterranen Länder. Spanier und Italiener leben länger als Briten und Amerikaner - und dies heute noch, selbst nachdem auch in Italien die Jugend längst das vermeintlich Praktische an Fertiggerichten und am Fast Food entdeckt hat, was die Statistiken eigentlich hätte angleichen müssen.
Letztlich ist es schon lange bekannt: Mediterrane Kost, einschließlich des beliebten Rotweins, lässt länger leben.

Dies bestätigten auch Forscher der renommierten Harvard-Universität, und erstaunlicherweise entdeckten diese den Jungbrunnen ausgerechnet im Rotwein.

Jungbrunnen Rotwein
Der Genuss von Alkohol ist grundsätzlich umstritten, selbst in einer seiner schönsten Geschmacksformen. Denn Wein enthält viele Kalorien, sättigt nicht und regt den Appetit an. Andererseits stießen Wissenschaftler auf die Substanz Resveratrol im Rotwein, die im Experiment das Leben von Hefe verlängerte. In Zukunft wollen sie diesen Stoff verwenden, um altersbedingte Krankheiten bei Menschen einfacher zu kurieren. „Vor 70 Jahren haben Wissenschaftler erstmals entdeckt, dass eine Kalorienreduzierung bei Ratten zu verlängertem Leben führt“, berichtet Forschungsleiter David Sinclair im Wissenschaftsmagazin New Scientist. „Nun ist es gelungen, diesen Umstand mit einem Molekül in Verbindung zu bringen“, so der Forscher. Dass der Konsum von Rotwein Herzerkrankungen vorbeugen kann, haben die Wissenschaftler bereits gewusst.

Sei uns noch der Hinweis gestattet, dass das Hefe-Experiment nicht so einfach auf den Menschen zu übertragen ist. Desweiteren - eben der Gesundheit zuliebe - empfiehlt sich schon allein aufgrund des leichtsinnigen Umgangs mit Alkohol in unserer Gesellschaft ein sehr vorsichtiger und sparsamer Genuss.

Olivenöl - Lebenselixier?
In der mediterranen Diät kommt auch noch der Stoff Quercetin vor. Dieser ist ein Bestandteil des Olivenöls. Auch dieser Stoff verzögert das Altern und hilft sogar, altersbedingte Erkrankungen zu heilen.
Aber das Olivenöl ist ohnehin unschlagbar - selbst im Vergleich mit cholesterinfreien Alternativen wie Rapsöl und ähnlichen. Obwohl es im einfachsten Sinne eine Kombination mehrerer Fette darstellt, ist es geeignet zum Abbau von Übergewicht.
Das liegt an den mehr- und einfach ungesättigten Fettsäuren, die sogar dabei helfen, den Cholesterinspiegel im Körper zu senken. Kurzum: Es ist kein Wunder, dass in Italien seit langem das Sprichwort gilt: „Ein Glas Olivenöl am Tag, und du wirst uralt“. Hinzu kommt, dass das Olivenöl in der Mittelmeer-Diät praktisch eine Monopol- Stellung hat - andere Fette kommen so gut wie gar nicht zum Einsatz. Wo also die italienische Küche mal nicht ganz so leicht scheint, ist sie es „unterm Strich“ doch!

 

 




Gesundheitsfaktoren
Wir wollen ergänzend darauf hinweisen, das auch in Italien das gute Tafeln allein nicht ausreicht, um gesund zu bleiben. Dabei spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, darunter auch psychische und körperliche Veranlagungen. Nein, die Mittelmeer- Diät kann nicht als allgemeine Schlankheitskur angesehen werden und auch nicht als eine für alle Leiden wirksame Medizin, obwohl sie bereits zunehmend an Kliniken und Krankenhäusern in Deutschland als ideale Kost für die Patienten eingeführt wird.

Ein Faktor, der ebenso wesentlich ist wie die Ernährung selbst, ist die Bewegung - was nicht unbedingt mit Sport oder extremen körperlichen Leistungen gleichzusetzen ist. Die regelmäßige, gesunde Bewegung erfordert tatsächlich keine Orientierung an stetiger Steigerung der Leistung und verlangt weder nach Muskelkater noch nach schweißtreibenden Übungen. Auch hier ist das Mittelmeer-Konzept denkbar einfach und orientiert sich an der alltäglichen, „normalen“ Ertüchtigung.

Früher mag die Bewegung während der körperlichen Arbeit vollkommen ausreichend gewesen sein, im Zeitalter der an den Bürostuhl geketteten Belegschaft und der reglosen Arbeit vor dem Bildschirm erscheint daher schon der tägliche kleine Spaziergang als so wichtig, dass er in die Grundsätze der Mittelmeer-Diät mit aufgenommen wurde.

 
Quelle und Fotos : Manuel Silzer A tavola